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Warum ich mich für ein Auslandsjahr entschieden habe

Annabelle ging im vergangenen Herbst für ein Jahr nach Australien und schildert und hier, warum sie sich für einen Auslandsaufenthalt entschieden hat.

„Was wirst Du nach Deinem Abitur machen?“

Diese Frage wurde mir schon gestellt, kaum dass ich in der Oberstufe meines Gymnasiums war. Ich finde das ist schwer zu beantworten, ich weiß ja noch nicht einmal so genau, was ich morgen machen werde!

In meinen Kreisen ist es durchaus üblich auf diese Frage so zu antworten: „Ich werde vermutlich auf die (hier kann man dann den Namen einer möglichst guten bzw. bekannten Uni einsetzen) gehen!“ Das ist natürlich super, aber diese Antwort erschien mir immer so...vorhersehbar.

Ich wähle einen anderen Weg

Als ich anfing, den Menschen in meiner Umgebung davon zu erzählen, dass ich nach dem Abitur ein Auslandsjahr plane, nannte man mir eine ganze Reihe von Gründen, warum ich das nicht tun solle: 

  • „Wenn Du erst weggehst, wirst Du sowieso nie zur Uni gehen.“
  • „Du wirst mit Deiner Ausbildung Deinen Freunden ein Jahr hinterher sein.“
  • „Willst Du es damit einfach vermeiden zur Uni zu gehen?“

Jedes Mal habe ich dazu nur einfach „Nein“ gesagt. Ich weiß, dass ich zur Uni gehen werde, vermutlich direkt dann, wenn ich aus Australien zurückkomme. Im Moment möchte ich einfach meinen Überzeugungen folgen und ich glaube, dass ich ein ganz neues Wissen über die Welt und mich selbst erlangen werde, welches nicht unbedingt während einer Vorlesung gewonnen werden kann. Ich nehme es niemandem übel, der/die meine Wahl in Frage stellt, ich denke nur, dass es sehr einseitig ist anzunehmen, es gäbe nur einen richtigen Weg – nämlich Schule, Uni bzw. Ausbildung und dann Arbeit. In der ersten Zeit, nachdem ich meinen Entschluss gefasst hatte, fühlte ich mich ein bisschen ausgeschlossen aus meinem Freundeskreis, denn sie alle hatten ja nun ganz andere Pläne. Ich habe mich immer wieder gefragt „war Deine Entscheidung richtig?“

Schon nach drei Monaten hier, habe ich allerdings so viel gelernt und erfahren, wie ich es an der Uni sicher nicht getan hätte. Ich bin, offen gestanden, kein solcher „Überflieger“ und ich glaube nach wie vor, die Uni wäre direkt nach der Schule nicht das Richtige für mich gewesen.

Umgang mit Herausforderungen

Ich denke ich sollte an der Stelle erwähnen, dass ein Auslandsjahr eben nicht wirklich einfacher ist, als direkt an die Uni zu gehen. Es ist im Prinzip egal, für welche Art von Auslandsaufenthalt man sich entscheidet, man wird mit allerlei Herausforderungen konfrontiert. Ich muss die Dinge nun zum ersten Mal wirklich alleine erledigen und das ist, wie ich meine, ein wichtiger Schritt ins Leben als Erwachsene.

Es ist zuweilen auch schon recht einsam, so ganz ohne Freunde und Familie, die ich zu Hause hatte bzw. habe. Natürlich habe ich hier auch schon neue Leute kennengelernt, aber oft sind das Cliquen, die sich untereinander schon sehr lange kennen. So habe ich bereits gelernt, mit einer gewissen Art von Isolation umzugehen, indem ich besser Kommunikationsfähigkeiten und mehr Durchsetzungsvermögen entwickele – alles Fähigkeiten, die ich später mit nach Hause nehmen werde.

Lernen aus realen Erfahrungen

Während einer solchen Zeit im Ausland geht es immer um den Versuch und den Irrtum. Es geht darum, Lebenserfahrung zu gewinnen und den eigenen Geist für Neues und Fremdes zu öffnen. Ein Ausbildungsweg ist kein Wettrennen und es ist egal, ob meine Freunde vielleicht früher fertig sein werden, als ich. Ich meine, man sollte danach entscheiden, was das Beste für einen selbst ist und sich dabei nicht von anderen beeinflussen lassen. Es ist vollkommen ok, sich für eine „Aus-Zeit“ zu entscheiden – um sich selbst und den eigenen Zweck in der Welt zu finden. 

Meine Uni ist kein Gebäude – sie besteht aus Buschlandschaften, unglaublichen Küstengebieten, Regenwald und .... aus vielfältigen Zungen!

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