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Sieben Dinge, die Sie nicht erwarten sollten, wenn Sie als Au-Pair ins Ausland gehen!

Interesse für oder Kontakt mit fremden Kulturen ist selten völlig konfliktfrei – seien Sie darauf vorbereitet!

In Gesprächen, die wir mit unseren Programmteilnehmern führen, in Emails oder in den Feedback-Bögen, die wir am Ende eines jeden Programms erhalten, geht es sehr oft um das Thema „Erwartungen". Seien es nun erfüllte, oder unerfüllte, richtige oder falsche Erwartungen – das ist in jedem Fall ein Thema, welches sehr viele Au-Pairs beschäftigt. Jeder/r macht sich ihre/seine persönlichen Vorstellungen und möchte selbstverständlich, dass möglichst viel davon am Ende auch der Realität entspricht.

Hilfreich ist es deswegen, wenn Sie sich bereits im Vorfeld klar machen, was Sie eben nicht erwarten können – dadurch vermeiden Sie Enttäuschungen, oder auch, an anderer Stelle, Schwierigkeiten. Im Folgenden führe ich daher einige Punkte auf, die immer wieder Themen unserer Dialoge mit Au-Pairs sind.

1. Sprechen zu können, so wie Sie es gewohnt sind
Es beginnt natürlich alles mit der Sprache. Diejenigen unter Ihnen, die in ein Land reisen werden, dessen Sprache Sie wirklich beherrschen, können diesen Absatz getrost überspringen. Die große Mehrheit aller zukünftigen Au-Pairs wird in diesem Punkt zunächst Schwierigkeiten haben – selbst wenn Sie beispielsweise zehn Jahre Englisch, oder sieben Jahre Französisch in der Schule gelernt haben. Das heißt definitiv nicht, dass Sie sich in Ihrer zukünftigen Heimat in den nächsten Wochen/Monaten so ausdrücken können, wie Sie es zu Hause gewohnt sind. Es werden Ihnen schlicht und einfach Vokabeln fehlen, die Menschen verwenden Redewendungen, die Sie entweder nie gehört haben, oder deren Bedeutung im Kontext der Unterhaltung Ihnen unklar ist. Sie werden auf andere Sprachnuancen/Dialekte treffen, die Ihnen unter Umständen zu Beginn große Schwierigkeiten bereiten werden. Selbstverständlich sollten Sie sich davon nicht entmutigen lassen, Sie werden das alles lernen, die einen schneller, die anderen brauchen vielleicht ein bisschen länger, aber im Laufe Ihres Au-Pair-Aufenthaltes werden Sie sich in dieser Fremdsprache zunehmend sicher fühlen.

2. Mit den Menschen im Zielland auf gleicher Ebene zu kommunizieren
Nein – dies ist keine Wiederholung des vorherigen Abschnitts. Machen Sie sich bewusst, auf welche Weise Sie genau kommunizieren. Es ist nicht nur die Sprache, die Sie einsetzen. Es ist auch der Tonfall, die Gestik und die Mimik und genau an dieser Stelle gibt es eben Unterschiede in jedem Kulturraum. Es müssen keine Dinge von großer Bedeutung sein, die im Ausland in diesem Bereich anders sind, aber zuweilen sind es gerade die Kleinigkeiten, die Feinheiten und Zwischentöne, die zu Missverständnissen führen können, oder die bewirken, dass Sie sich völlig unverstanden fühlen. Lassen Sie sich davon nicht irritieren, auch das werden Sie kennenlernen und das eine oder andere am Ende gar übernehmen und damit später zu Hause auf wiederum Irritationen hervorrufen.

Als Au-Pair, oder Goldfisch, einen Sprung ins Ungewisse machen

3. In Ihrem neuen Umfeld stets verstanden zu werden
Es wird nun noch schwieriger – allein schon aufgrund der in den beiden vorherigen Punkten genannten Problemen, ist es auch für Ihre Gastgeber und die Menschen in Ihrem Umfeld im Ausland, im Umkehrschluss ebenso schwierig, Sie immer so zu verstehen, wie Sie verstanden werden wollen. Sie werden sich, vor allem am Anfang, deutlich mehr darum bemühen müssen, als das sicherlich zu Hause der Fall ist. Leider können Sie auch nicht voraussetzen, dass beispielsweise Ihre Gasteltern, Ihre Gedanken lesen können – Ihrer eigenen Familie wird dies zuweilen schwer genug fallen und damit kommen wir zum nächsten Punkt:

4. Eine tatsächliche Einschätzung Ihrer Person
Ihre Gastfamilie kennt Sie nicht! Selbst wenn Sie, vor Antritt Ihres Au-Pair-Aufenthaltes, mit der Gastfamilie schon regelmäßig und über einen längeren Zeitraum in Kontakt standen, kennt man Sie nicht wirklich. Nicht so, wie Ihre eigene Familie, Ihre Freunde Sie kennen. Im gewohnten Umfeld reicht häufig eine kleine Bemerkung, eine Geste oder ein Blick in Ihr Gesicht und Ihre Gegenüber kennt Ihre Meinung, kann erkennen ob und was Ihnen fehlt, oder wie es um Sie bestellt ist. Das wird Ihre Gastfamilie zunächst nicht können und auch in diesem Punkt müssen Sie sich in Geduld üben, so schwer das manchmal auch fallen mag.

5. Die Akzeptanz der Kinder der Gastfamilie
Geben Sie den Kindern in Ihrer Gastfamilie ein bisschen Zeit, um sich an Sie zu gewöhnen. Kinder akzeptieren „Fremde" oftmals nicht so schnell. Versuchen Sie gemeinsame Interessen zu finden, um das Eis zu brechen. Bedenken Sie, dass auch die Möglichkeit besteht, dass die Kinder noch ihrem letzten Au-Pair hinterher trauern. Um eine Brücke zwischen der Welt der Kinder Ihrer Gastfamilie und Ihrer eigenen Welt zu schaffen, benötigen Sie ein gewisses Maß an Entdeckerfreude, eine fragende anstatt immer schon wissende oder gar besserwissende Haltung, ein gutes Einfühlungsvermögen und ein hohes Maß an Souveränität. Mit der Zeit wird Ihnen dies sicher gelingen und Sie werden ihnen dann ebenso viel zu bieten haben, wie die Kinder Ihnen!

Teil eines neuen Kreises werden

6. Einfach neue Freunde zu finden
Es ist generell nicht einfach, an einem neuen Wohnort gleich neue Freunde zu finden – das gilt natürlich ganz besonders dann, wenn dieser auch noch in einem anderen Kulturkreis liegt. Um Gleichgesinnte zu treffen und kennenzulernen, müssen Sie sich aktiv darum bemühen. Möglichkeiten dazu bieten beispielsweise der Besuch eines Sprachkurses, oder auch der von Au-Pair-Treffen in Ihrer Region. Finden Sie heraus, ob die Möglichkeit zu einer temporären Mitgliedschaft im örtlichen Sportclub besteht, oder wo Sie Menschen treffen können, die eines Ihrer Hobbies teilen. Ihre Gastfamilie wird Sie hierbei sicherlich unterstützen. Kontraproduktiv hingegen ist es, wenn Sie Ihre Freizeit vorwiegend damit verbringen, per Skype oder Chat Ihre Kontakte in der Heimat zu pflegen.

7. Vom Heimweh verschont zu bleiben
Die große Mehrheit aller Au-Pairs, die ins Ausland gehen, wird eine Phase des Heimwehs erleben. Das muss nicht ganz plötzlich geschehen, gerade zu Beginn des Aufenthaltes erleben viele Programmteilnehmer/innen zunächst eine sehr euphorische Phase, auf die dann eine eher schwierige Zeit folgen kann, wenn Sie feststellen, dass die vertrauten Maßstäbe nicht mehr gelten und dass alltäglichen Strategien zur Bewältigung der Lebenssituation nicht mehr funktionieren, weil es völlig andere Wertesysteme gibt und andere Regeln das Dasein bestimmen. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen, sondern bereiten Sie sich darauf vor, mit diesem Problem sind Sie sicher nicht allein. Sprechen Sie mit den Menschen in Ihrer Umgebung darüber und machen Sie nicht den Fehler, sich in solchen Momenten „zu verkriechen". So werden Sie diesen Tiefpunkt sicher überwinden und sich in Ihrem neuen Umfeld integrieren können.

Machen Sie sich diese interkulturellen Prozesse bewusst und tragen Sie so nicht nur zum sprachlichen, sondern auch zum gegenseitigen, globalen Verständnis bei, welches auch uns besonders am Herzen liegt!

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