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Au-Pair in China – Ellas Erfahrungsbericht

Ella hat rund neun Monate bei einer Gastfamilie verbracht und uns einen sehr interessanten Artikel geschrieben.

Es ist sicher ein großer Schritt, sich für eine Zeit als Au-Pair in China zu entscheiden, ich habe es aber nicht eine Sekunde bereut. Gleich am Anfang habe ich gemerkt, dass die Sprache der Dreh- und Angelpunkt ist – deswegen mein Rat : Lernt einige, einfache Phrasen – das wird super-nützlich sein.

Nǐ huì shuō Zhōngwén ma? (Sprechen Sie chinesisch?)

Wenn man, wie ich, in Deutschland aufwächst, wird man es eher erleben, dass man von Touristen auf Englisch angesprochen wird – Deutsch sprechen Reisende ja nicht sehr oft. Ich habe mich eine ganze Weile vor meiner Abreise schon mit der Sprache meines zukünftigen Gastlandes beschäftigt. Ihr könnt Euch natürlich vorstellen, wie überrascht ich war festzustellen, dass die einfache Phrase „ni Hao“, die Standard-Version auf Mandarin-Chinesisch „Hallo“ zu sagen zuweilen mehr als genug war, das Eis mit den Einheimischen zu brechen. Einer der Hauptgründe für meinen Auslandsaufenthalt war es ja, Chinesisch zu lernen und zwar dort, wo es tatsächlich gesprochen wird. Natürlich waren es nur absolute Basics, die ich mir angeeignet habe und ganz sicher nicht genug dazu, um mich wirklich zu unterhalten, es hat mir aber oftmals doch mehr geholfen, als ich zuvor gedacht habe.

Der Hauptjob als Au-Pair in China ist es ja, mit dem Kind in der Gastfamilie Englisch zu üben. Insgesamt würde ich aber sagen, dass die durchschnittlichen Englisch-Kenntnisse in China nicht sehr hoch sind, also definitiv nichts, worauf Ihr Euch verlassen solltet. Das hängt natürlich davon ab, wo Ihr seid und mit wem Ihr sprecht. Als ich z.B. Shanghai besuchte, wurde ich fast immer direkt auf Englisch angesprochen – in Beijing hingegen war das nicht immer so einfach. Unabhängig davon, wo Ihr am Ende landet, oder ob Ihr Euch auch abseits der touristischen Pfade bewegen wollt (was ich doch schwer hoffe), es hilft immer wenigstens ein bisschen Chinesisch zu sprechen. Nicht nur das, sondern es ist auch eine tolle Möglichkeit, sich mit der Gastgeberkultur auseinander zu setzen, bzw. sich in dieser zu engagieren.

Die Grundbegriffe, die Ihr lernen solltet, um in China durchzukommen, sind im Prinzip die Gleichen, wie überall auf der Welt:

  • Hallo, mein Name ist....
  • Ich bin (Nationalität)
  • Wieviel kostet das?
  • Bitte, danke, entschuldigen Sie bitte
  • Euer Beruf/bzw. der Grund, warum Ihr in China seid
  • Die Zahlen von 1-1000, sehr nützlich, wenn Ihr einkauft und nicht sehr schwer, wenn man 1-10 schon gelernt hat
  • Die Worte für Grundnahrungsmittel und hier am besten auch, wie deren Schriftzeichen aussehen (z.B. Huhn, Gemüsen, Reise, Nudeln, würzig/scharf/süß, ich esse kein Fleisch etc.)
  • und natürlich: Tut mir leid, mein Chinesisch ist nicht sehr gut. Sprechen Sie Englisch?

Diese Sätze waren zunächst genug, um mich durch fast alle alltäglichen Interaktionen zu bringen (Ausnahme: Fahrt im Taxi, hier lasst Euch am besten von jemandem, der/die es kann, Euer Fahrtziel aufschreiben!).

Es ist ein langer Weg und fordert schon viel Aufwand, die Sprache wirklich gut zu erlernen.

Das hört auch nicht auf, denn es gibt dann ja auch noch allerlei Nuancen, wie beispielsweise die Kunst des Verhandelns, das aber geschieht dann automatisch mit „echten“ Erfahrungen. :)

Viel wichtiger aber als jeder spezifische Wortschatz ist die Tatsache, dass meiner Erfahrung nach, die Menschen in China den ehrlichen Versuch, in ihrer eigenen Sprache zu kommunizieren, sehr schätzen. Sie sind auch oft sehr geschmeichelt vom offensichtlichen Interesse an ihrer Kultur, denn immerhin bist Du ja den ganzen, weiten Weg dorthin gereist. Die Menschen verzeihen es eigentlich fast immer, wenn man Dinge falsch ausspricht, oder einen falschen Ton trifft.

Im Nachhinein bereue ich es ein bisschen, die Sprache nicht besser gelernt zu haben, als das bei mir der Fall ist. Ich habe immer wieder eine Ausrede gefunden, Freunde, die besser Chinesisch sprachen als ich, sprechen zu lassen, oder aber ins Englische auszuweichen, weil es eben oft einfacher war und ich keine „Peinlichkeiten“ erleben wollte. Am Ende habe ich so aber viele gute Chancen verpasst, mich zu verbessern.

Wirklich zu versuchen, eine andere Sprache zu lernen, ist eine der besten Möglichkeiten, wirklich authentische Erfahrungen zu machen und die eigene Perspektive zu erweitern. Ich hoffe, meine Zeilen können Euch dazu motivieren, es jeden Tag aufs Neue zu versuchen!

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